Bio-Landwirtschaft fördert Biodiversität
Die Biodiversität umfasst die Vielfalt des Lebens auf allen Ebenen: die Artenvielfalt, die genetische Vielfalt sowie die Vielfalt der Lebensräume und Ökosysteme1. Die biologische Vielfalt gehört zu den lebensnotwendigen Grundlagen für uns Menschen. Unsere Gesundheit, unsere Ernährung, und unser Wohlstand hängen davon ab. Ihr Erhalt ist deshalb von besonderem gesellschaftlichen Interesse. Trotzdem sind wir Menschen durch unseren Lebenswandel und viele unserer Aktivitäten für den zunehmenden Verlust dieser unverzichtbaren Lebengrundlage verantwortlich. Die Folgen dieser abnehmenden Biodiversität treffen meist als erstes arme Bevölkerungsteile der Erde. Denn diese sind häufig auf die aus der Natur gewonnenen Erzeugnisse angewiesen2.

Biodiversität und Landwirtschaft
Rückgang der Biodiversität durch Folgen der Intensivlandwirtschaft
Global gesehen ist derzeit die größte Ursache des Artensterbens zweifellos die Vernichtung tropischer Regenwälder und anderer tropischer und subtropischer Regionen zum Anbau von Futtermitteln für die Landwirtschaft und zur Erzeugung von Biomasse für Biokraftstoffe. Die Tropen sind mit Abstand die artenreichsten Regionen. Was dort an Fläche verschwindet, bedeutet den Verlust an Arten, die wir noch gar nicht kennen3.

Rückgang der Agro-Biodiversität durch Folgen der Intensivlandwirtschaft
Die zunehmende Industrialisierung und Rationalisierung der Landwirtschaft führte aber auch zu einem drastischen Rückgang der Agro-Biodiversität. Im vergangenen Jahrhundert verschwanden weltweit an die 250.000 Pflanzensorten. Weniger als 30 Pflanzenarten übernehmen heute 75 % der Welternährung. Um 1900 wuchsen in Österreich ca. 3.000 bis

5.000 Apfelsorten - heute nur mehr 400 bis 500. Nur eine klägliche Auswahl gelangt bis in die Supermarktregale. In den Ländern der 3. Welt schaut es nicht weniger dramatisch aus. In Indien wurden um 1900 noch etwa 30.000 lokale Reissorten angebaut. In den späten 1970er Jahren nur mehr 12 Sorten auf dreiviertel aller Anbauflächen. Mit der zunehmenden Industrialisierung und Rationalisierung verschwand Kulturpflanzenvielfalt in atemberaubendem Tempo - die FAO schätzt, dass in den letzten 100 Jahren rund 75 % der Sorten unwiederbringlich verloren gegangen sind! Nicht nur viele Wildtiere stehen in Österreich auf der „Roten Liste“, sondern leider auch zahlreiche landwirtschaftliche Nutztiere direkt vor unserer Haustüre. Allein in Österreich sind über 40 Nutztierrassen gefährdet und damit auch ihre wertvollen Eigenschaften wie Robustheit, Widerstandskraft gegen diverse Krankheiten, etc. (Bioversität 08)

Mit der Veröffentlichung des Berichtes Millennium Ecosystem Assessments durch mehrere hundert Wissenschaftler im Jahr 2005 wurde der Agrarpolitik bewusst, dass weltweit 60 % der wichtigen Ökosystemdienstleistungen wegen der intensiven Landwirtschaft degradiert sind. Diese Zerstörung natürlicher Ökosysteme stellt nach Einschätzung des Weltagrarrates die größte Gefährdung der globalen Ernährungssicherheit dar. (FIBL)

Der Monotonie der Intensivlandwirtschaft stehen artenreiche Wiesen, Hecken und Brachen auf biologisch bewirtschafteten Betrieben gegenüber. Diese Flächen dienen Menschen als Erholungsraum und vielen Tierarten als Rückzugsort und überlebenswichtiger Lebensraum.

Bio-Betriebe haben 30 % höhere Artenvielfalt

50 % mehr Pflanzen- und Tierindividuen

sagt Urs Niggli, Direktor FIBL Schweiz.
 

Der Grund dafür ist natürlich der
Verzicht auf chem.-synth. Pestizide (Herbizide, Fungizide, Insektizide)

Verzicht auf chem.-synth. Mineraldünger

Vielfältige Fruchtfolgen, geringer Düngeintensität, schonende Bodenpflege

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1 (FIBL)

 

2 (Wiki, Vgl. den UN Biodiversitätsbericht Punkt 5 und 7)

3 (im ORF Der Zoologe, Evolutionsbiologe und Ökologe Josef Reichholf war Professor für Naturschutz an der Technischen Universität München und leitet die Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung in München)

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