Schutz des Klimas

WARUM CO2 SPAREN?

 

Treibhausgase sind wesentlich für den Klimawandel verantwortlich. Zu den wichtigsten Treibhausgasen gehören Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgase (N20).

Es sind vor allem menschliche Aktivitäten wie die Verbrennung fossiler Energie (Erdöl, Erdgas) und die Zerstörung der Regenwälder, die das hohe Aufkommen dieser Treibhausgase verursachen. Die Folgen des Klimawandels sind schon heute spürbar und haben vor allem in den letzten Jahren rasant zugenommen. Wir sind konfrontiert mit Erderwärmung, Abschmelzen der Pole, Verödung von Landschaften und dem Aussterben von Tieren wie dem Eisbären.

 

  • Durchschnittliche Temperaturen nehmen im Winter um 1 bis 3°C zu,
  • im Sommer um 1,5 bis 5°C.
  • Hitzewellen werden häufiger.
  • Rückgang der Niederschlagsmenge im Sommer um 10 bis 40%.
  • Die Häufigkeit von Extremereignissen wie Regen, Hagel und Stürme nimmt
  • um 20 bis 40% zu.
  • Die Schneegrenze im Alpenraum steigt um 200 bis 600 m.

 

Die Herstellung von Lebensmitteln ist mit 20% einer der Hauptverursacher von CO2-Emissionen. Daher kann eine Landwirtschaft, die sorgsam mit den Böden umgeht und Wert darauf legt, wenige Treibhausgase zu verursachen, einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Verschwenderische KonsumentInnen verbrauchen bis zu 15 Tonnen CO2-Äquivalenten !
Mit einem klimabewussten Lebensstil sind 5 Tonnen möglich !

 

Bio-Landbau: Wichtiger Faktor beim Klimaschutz

"Wir müssen heute handeln, die Konsequenzen der Ausbeutung des Planeten betreffen schon unsere Kinder und Kindeskinder,"1 appelliert die renommierte Klimaforscherin und österreichische Wissenschafterin des Jahres 2005 Helga Kromp-Kolb an die Gesellschaft. Nützen wir diese Chance nicht rechtzeitig, prognostiziert die Klimaforscherin Kriege in großem Ausmaß, weil ein Großteil der Weltbevölkerung durch Wassermangel und auch Dürrekatastrophen nicht überleben kann.

Anteil der Landwirtschaft am Klimawandel

Auch die Landwirtschaft hat einerseits beträchtlichen Einfluss auf den Klimawandel, indem sie selbst schädliche Treibhausgase2 produziert. Andererseits sind die Bäuerinnen und Bauern Leidtragende der klimatischen Veränderungen und deren gesamtökologischen Auswirkungen wie z.B. Erosion der Böden, Trockenheit, Verlust an Biodiversität.

Global betrachtet stammen ca. 25% der Treibhausgasemissionen aus der Land- und Forstwirtschaft. Fast die Hälfte dieser Emissionen wird bei Brandrodung oder Abholzung von Regenwäldern freigesetzt. Zum Vergleich: Industrie, Energieversorgung und Transport verursachen gemeinsam ca. 60% der weltweiten Emissionen3.

Die wichtigsten klimarelevanten Faktoren in der Landwirtschaft

  • Zur Herstellung leicht löslicher mineralischer Dünger und chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel ist ein beträchtlicher Energieeinsatz notwendig
  • Unsachgemäße Bodenbearbeitung baut wertvollen Humus ab und bindet weniger CO2:
  • Intensive Rinderhaltung und Landnutzungsänderung zur Kraftfuttergewinnung

 

Bio-Landwirtschaft garantiert: Klimaschutz

a. Die heimischen Biobauern sparen durch diesen Verzicht jährlich knapp 150.000 Tonnen CO2 eq ein4.

Im Biolandbau erfolgt die (N)Stickstoff-Versorgung einerseits über die Stickstoff-Fixierung von Leguminosen, anderseits über die organischen Dünger. An der Universität von Michigan wurde berechnet, dass auf den weltweiten 1.513 Millionen ha Ackerland bei einer konsequenten Nutzung von Leguminosen als Gründüngung (als Zwischenfrüchte und als überwinternde Deckfrüchte) mindestens 140 Millionen Tonnen Stickstoff jährlich zusätzlich produziert werden könnten. Also um 70 % mehr, als heute in Form synthetischer Düngemittel eingesetzt werden5.

 

b. Biobauern bauen Humusböden als CO2-Speicher auf und speichern 60.000 Tonnen CO2eq pro Jahr in Österreich6.

Humusmehrung und die Förderung der Aktivität des Bodenlebens sind originäre Ziele der biologischen Landwirtschaft, denn sie sind die Basis für eine ausreichende und ausgewogene Nährstoffversorgung der Pflanzen. Dementsprechend konnten höhere Humusgehalte nach mehrjähriger ökologischer Bewirtschaftung für unterschiedliche Standorte in Deutschland, Schweiz und Österreich nachgewiesen werden7.

Ähnliche Ergebnisse für Standorte in den USA wurden bereits Ende der 1980er Jahre von Reganold (1988) publiziert8.

 

c. Durch eine ökologische Tierhaltung sparen Österreichs Biobauern gegenwärtig mindestens 30.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein.

In der Bio-Landwirtschaft ist die Tierhaltung in den Betriebskreislauf eingebunden. Bezogen auf ihre Milch-Lebensleistung haben Bio-Kühe einen geringeren Methanausstoß. Ein

reduzierter Kraftfuttereinsatz – bevorzugt heimischen Ursprungs – spart Energie9. Der Anteil an Biosoja aus Südamerika für die Fütterung ist sehr gering, sodass die CO2-Emissionen, wie für die konventionelle Landwirtschaft beschrieben (Land Use Chance in Brasilien und Argentinien), für den österreichischen Bio-Landbau zu vernachlässigen sind10. Die geringere Anzahl an Tieren, bezogen auf die bewirtschaftete Hoffläche eines Betriebes, reduziert ebenfalls schädliche Treibhausgase11.

 

klimarelevanten Faktoren in der Landwirtschaft

  • Verzicht auf chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel und mineralischen Dünger sparen 150.000 Tonnen CO2:
  • BiobäuerInnen und bauern bauen Humusböden als CO2-Speicher auf und speichern 60.000 Tonnen CO2 pro Jahr in Österreich.
  • Durch eine ökologische Tierhaltung sparen Österreichs Biobauern gegenwärtig mindestens 30.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein

 

 

Externer Link zur FIBL Studie (http://www.bio-austria.at/content/download/47987/342234/file/Studie_Volk...)

 

1 (OTS, Ö3)

2 Treibhausgase aus der landwirtschaftlichen Produktion sind neben CO2 auch Methan (CH4) und Lachgas (N2O).

3 (BA-Broschüre)

4 BIO AUSTRIA-Studie

5 Niggli 2007a in AMA-Studie

6 (BA-Broschüre)

7 u.a. von Schlichting (1975), Huber (1985), Gehlen (1987), Beyer et al. (1989), Diez et al. (1991), Mäder (1993), Schulte (1996), Friedel et al. (1997a) und Fliessbach et al. (2007)

8 AMA-Studie

9 BIO AUSTRIA Klimabroschüre

10 AMA-Studie

11 BIO AUSTRIA Klimabroschüre

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