Biobauern, Verarbeiter, Lieferanten und Händler von Bio-Produkten: Alle sind eingebunden in ein vernetztes Kontrollsystem.

Kontrolle am Bio-Betrieb
Am Bio-Betrieb werden biologische Tierhaltung und biologischer Pflanzenbau kontrolliert. 
Fachlich ausgebildete Kontrolleure sorgen zum Beispiel dafür, dass

  • Gemüse nicht mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln in Berührung kommt
  • Saatgut aus biologischer Landwirtschaft stammt (so es in dieser verfügbar ist).
  • keine leicht löslichen mineralischen Dünger in den Boden gelangen
  • Tiere regelmäßigen Auslauf ins Freie und/oder Weidegang haben
  • nur bio-zertifizierte Futtermittel und bio-kontrollierte Umstellungsfuttermittel eingesetzt werden1.
  • weder bei der Herstellung, der Fütterung noch der Verarbeitung gentechnisch manipulierte Organismen bzw. aus diesen erzeugte Stoffe eingesetzt werden .

 

Kontrolle in Verarbeitungsbetrieben und bei Lieferanten
Eine sogenannte "Warenfluss-Kontrolle" im Bereich der Ein- und Ausgänge sorgt dafür, dass es bei den Rohstoffen zu keinen wundersamen Vermehrungen kommt. So muss die versiegelte Lagerung von biologischen Produkten gewährleistet sein und die Verarbeitung getrennt von konventioneller Ware erfolgen. 
Sämtliche Roh- und Zusatzstoffe werden auf ihre Gentechnikfreiheit hin kontrolliert. Synthetische Farbstoffe, Geschmacksverstärker, künstliche Aromen oder synthetische Süßstoffe sind bei der Verarbeitung von Bio-Lebensmittel strikt verboten.

Kontrolle im Handel
Im Handel sind all jene, die biologische Waren aufbereiten und verarbeiten, kontrollpflichtig. 
Einzelhändler, die bereits verpackte und etikettierte Ware verkaufen, sind nicht kontrollpflichtig.

Mindestens jährlich wird kontrolliert
Die Kontrolle erfolgt mindestens einmal jährlich auf allen Bio-Betrieben. Verstöße gegen die Richtlinien werden – je nach Schwere des Vergehens – geahndet. Die Sanktionen reichen von einer einfachen Verwarnung bis hin zur Aberkennung des Bio-Status.

 

1 Umstellungsware ist Ware, die von biologisch bewirtschafteten Betrieben stammt, die noch innerhalb der zur Bio-Anerkennung benötigten Umstellungsphase (je nach Kultur 2-3 Jahre) sind.

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